BlackVue hat gerade HDR-Nachtsicht vorgestellt, eine neue Funktion für Dashcams der DR900S-Serie. Die Funktion ersetzt die verbesserte Nachtsicht und optimiert die Videoqualität sowohl bei Tag als auch bei Nacht.
Sie finden diese Einstellung unter Firmware-Einstellungen > Allgemein > Video > HDR-Nachtsicht (Ein (Immer) | Ein (Nur Parkmodus) | Aus). Vergessen Sie nicht, auf „Speichern und schließen“ zu klicken, um die Änderungen zu übernehmen.
Wichtig: HDR-Nachtsicht ist nur für 4K-Sensoren verfügbar. Bei Zweikanalmodellen wie der DR900S-2CH wird HDR-Nachtsicht bei aktiviertem HDR auf die Frontkamera angewendet, während die Rückkamera den Nachtsichtmodus nutzt.
Kompatibilität
- DR900S-1CH
- DR900S-2CH (Frontkamera)
- DR900S-2CH IR (Frontkamera)
Diese Funktion wurde mit der Firmware-Version 1.012 für die DR900S-Serie hinzugefügt.
Helligkeit in der Nacht bedeutet nicht immer Klarheit
Vor der Einführung von HDR-Nachtsicht nutzten die Frontkameras der DR900S-Serie die verbesserte Nachtsicht, die die ISO-Verstärkung in dunklen Umgebungen erhöhte und so zu helleren Bildern führte. Obwohl ein gewisses Maß an Helligkeit unbedingt erforderlich ist, um Details bei Nacht zu erkennen, reicht Helligkeit allein nicht immer aus.
Um auch in dunklen Szenen helle Videos zu ermöglichen, erhöhen die Bildsensoren von Dashcams ihre ISO-Empfindlichkeit. Dies betrifft das gesamte Bild, nicht nur die dunklen Bereiche. Das bedeutet, dass bereits helle Objekte – wie beispielsweise ein Nummernschild – völlig überbelichtet werden können. Tatsächlich erscheinen Nummernschilder nachts bei eingeschaltetem Scheinwerferlicht oft zu hell, fast reinweiß und daher unleserlich.
Wie lässt sich das vermeiden?

HDR zur Rettung
Das menschliche Auge kann kontrastreiche Bilder relativ problemlos verarbeiten. Ein digitaler Bildsensor ist jedoch in dem Verhältnis zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Punkt, das er erfassen kann, begrenzt.
Bei den meisten Digitalkameras passt die Kamera die Belichtung automatisch an den Fokuspunkt an, egal ob Sie Fotos oder Videos aufnehmen. Fokussieren Sie beispielsweise auf ein helles Element, wird der Rest des Bildausschnitts dunkler. Fokussieren Sie hingegen auf einen dunklen Punkt, können die Lichter überbelichtet wirken. Obwohl Sensoren mittlerweile besser darin geworden sind, kontrastreiche Szenen einzufangen, erreichen sie noch immer nicht die Leistung des menschlichen Auges. High Dynamic Range (HDR) ist eine Möglichkeit, diese Einschränkung digitaler Sensoren zu überwinden.
HDR-Nachtsicht wendet HDR auf die Videoaufnahme an
Einer der Hauptvorteile von HDR ist die Detailerhaltung sowohl in hellen als auch in dunklen Bildbereichen. Sie haben HDR-Aufnahmen wahrscheinlich schon mit der Kamera Ihres Mobiltelefons erlebt. Dabei werden zwei oder mehr Belichtungen zu einem einzigen Bild kombiniert. Es ist, als würde man ein überbelichtetes (zu helles) und ein unterbelichtetes (zu dunkles) Bild aufnehmen und diese übereinanderlegen. Der Unterschied besteht darin, dass Ihre Kamera dies alles in einer flüssigen Sequenz erledigt. Das überbelichtete Bild zeigt mehr Details in den dunklen Bereichen, während das unterbelichtete Bild die Details in den hellen Bereichen bewahrt. Durch die Kombination der beiden Bilder kann das resultierende Bild ein breiteres Farbspektrum und mehr Details darstellen, als der Kamerasensor mit einer einzelnen Belichtung erfassen konnte.
HDR-Nachtsicht folgt dem gleichen Prozess, der auch bei Videoaufnahmen angewendet wird.
Bessere Nacht- und Tagesaufnahmen
Der Vorteil von HDR-Nachtsicht gegenüber herkömmlicher Nachtsicht besteht darin, dass es nicht nur Nachtvideos, sondern auch Aufnahmen bei Tageslicht verbessert. Nachts hellt es Szenen auf und erhält gleichzeitig die Lichter, sodass man beispielsweise Autokennzeichen lesen kann und die Streulichteffekte von Straßenlaternen reduziert werden. An hellen Tagen minimiert es zudem effektiv Linsenreflexionen und Streulicht bei Gegenlicht.
HDR-Nachtsicht erzeugt zudem sattere und präzisere Farben bei Tag und Nacht.

Wo ist der Haken? Sollte man es verwenden?
Man könnte fragen: „Wenn es so toll ist, warum bietet man dann überhaupt die Möglichkeit, die HDR-Nachtsicht zu deaktivieren?“
HDR-Nachtsicht kombiniert für jedes aufgenommene Bild zwei Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen. Nachts kann dies bei sich schnell bewegenden, hellen Objekten zu Bildartefakten führen, die beim Anhalten des Videos sichtbar werden können. In den meisten Situationen überwiegen die Vorteile jedoch die Nachteile. Sie sollten dies lediglich beachten und die Funktion bei Bedarf deaktivieren. Falls Sie HDR nutzen möchten, die Rückkamera mit Nachtsicht aber als zu hell empfinden, können Sie die Helligkeit der Rückkamera separat anpassen.
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Weitere Videobeispiele bei Tageslicht mit HDR-Nachtsicht finden Sie in unserem kürzlich veröffentlichten Video , das uns freundlicherweise von Caballo Del Diablo in ihrem Ford Bronco von 1968 zur Verfügung gestellt wurde.